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Sicherheitstechnisches Gutachten der ENSI PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wäli   
Freitag, den 26. Februar 2010 um 20:33 Uhr

wäli  Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat am 26.2.2010 ein sicherheitstechnisches Gutachten zur Standortwahl bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle veröffentlicht. In diesem Bericht haben die Sachverständigen die Vorschläge zur Standortwahl der Nagra hinsichtlich verschiedener sicherheitsrelevanter Kriterien geprüft und geben entsprechend den erarbeiteten Erkenntnissen Empfehlungen ab. Das ENSI ist verantwortlich für die gesamte sicherheitstechnische Beurteilung der Standorte.

Im Gutachten werden die sicherheitstechnischen Aspekte wiefolgt kommentiert (Zitate aus dem Gutachten):

 

  • Das ENSI hat die Zuteilung der Abfälle auf die beiden Lagertypen SMA und HAA mit eigenen Berechnungen geprüft und kann sie nachvollziehen. Die Zuteilung ist aus Sicht des ENSI vernünftig.
  • Die quantitativen und qualitativen Anforderungen an die geologischtektonische Situation, an das Wirtgestein bzw. den einschlusswirksamen Gebirgsbereich und an den Standort hat das ENSI mittels eigener Berechnungen geprüft und erachtet sie für nachvollziehbar und plausibel.
  • Die Nagra hat die geologischen Grundlagen anhand umfangreicher Literatur dokumentiert. Die Expertinnen und Experten des ENSI haben diese Grundlagen überprüft und kommen zum Schluss, dass die relevanten Informationen für das Auswahlverfahren in Etappe 1 ausreichend berücksichtigt wurden.
  • Die Nagra hat alle vorgegebenen sicherheitstechnischen Kriterien stufengerecht berücksichtigt und korrekt angewendet.
  • Das ENSI hat sämtliche Unterlagen der Nagra geprüft. Die Nagra hat die Erarbeitung des Vorschlags geologischer Standortgebiete entsprechend den Vorgaben des Sachplans transparent und nachvollziehbar dargelegt.
  • Das ENSI stimmt den von der Nagra vorgeschlagenen geologischen Standortgebieten für das SMA-Lager (Südranden, Zürcher Weinland, Nördlich Lägeren, Bözberg, Jura-Südfuss und Wellenberg) und für das HAA-Lager (Zürcher Weinland, Nördlich Lägeren und Bözberg) aus der Sicht von Sicherheit und technischer Machbarkeit zu.

 

Das Gutachten besagt, dass alle von der Nagra vorgeschlagenen Optionen prinzipiell den sicherheitstechnischen Vorgaben genügen und deshalb als potentielle Standorte weiterverfolgt werden können.

Betrachtet man allerdings die Erkenntnisse des ENSI etwas genauer, erkennt man unter den Standorten beträchtliche Unterschiede. Beurteilt wurden folgende Kriterien:

 

  • Eignung des Wirtsgesteins (Räumliche Ausdehnung, Hydraulische Barrierewirkung, Geologische Bedingungen, Freisetzungspfade)
  • Langzeitstabilität (Beständigkeit der Standort- und Gesteinseigenschaften, Erosion, Lagerbedingte Einflüsse, Nutzungskonflikte)
  • Zuverlässigkeit der geologischen Aussagen (Charakteristik der Gesteine, Explorierbarkeit der räumlichen Verhältnisse, Prognostizierbarkeit der Langzeitveränderungen)
  • Technische Eignung (Felsmechanische Eigenschaften und Bedingungen, Untertägige Erschliessung und Wasserhaltung)

 

Die Erkenntnisse der ENSI wurden in einer Skala „Sehr günstig - günstig - bedingt günstig - ungünstig“ beurteilt. Wellenberg.org hat diese Einteilung ausgewertet und eine Eignung prozentual zur bestmöglichen Benotung errechnet.

   

 

Die Auswertung zeigt, dass die Standorte sich deutlich voneinander unterscheiden. Die Standorte Jura Südfuss und Wellenberg fallen erheblich ab und sind am wenigsten geeignet. Die Differenzen sind signifikant. Beim Wellenberg fällt die mässige Beurteilung bezüglich Langzeitstabilität, Zuverlässigkeit der geologischen Aussagen und der technischen Eignung auf. Interessant dabei ist , dass das ENSI die eher euphorischen Beurteilungen der Nagra zurückstuft.

 

Schlussfolgerungen

Was könnte die neueste Auswertung für das weitere Vorgehen bedeuten? Grundsätzlich bleiben erst einmal alle Standorte im Spiel. Die neue Beurteilung wird zur Kenntnis genommen, man hält aber trotzdem auch an den schlechtesten Optionen fest. Das lässt Spekulationen zu, dass nicht die sicherheitstechnischen Anforderungen die alleinigen Selektionskriterien sein könnten. Es ist nicht nachvollziebar, weshalb die Nagra bzw. der Bund an Standorten festhält, welche nach heutigen Erkenntnissen solche Mängel aufweisen. Leider lässt sich nicht voraussagen, ob der Wellenberg je aus der Auswahl fällt. Man muss wohl davon ausgehen, dass das aufwändig erstellte Gutachten zwar viel darstellt, aber de facto bezüglich Standort Wellenberg wenig bewirkt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 24. August 2010 um 06:14 Uhr
 

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